30 Jahre Kunststiftung Baden-Württemberg
Die Eröffnungsveranstaltung findet zunächst in der Galerie Valentien, anschließend im Haus der Kunststiftung statt.
Begrüßung:
Dr. Freerk Valentien, Galerie Valentien
Dr. Nils Schmid, Kuratoriumsvorsitzender der Kunststiftung
Einführung:
Prof. Dr. Tilman Osterwold
Eine Ausstellung der Galerie Valentien und der Kunststiftung Baden-Württemberg
Unterstützt vom Archiv Willi Baumeister, Stuttgart
Mit Werken von Willi Baumeister und Kollegen aus der Zeit von 1945 bis 1955 sowie aktuellen Arbeiten von Andreas Bär, Herbert Egl, FFM Filderbahnfreundemöhringen, Ulrich Genth und Heike Mutter, Ragani Haas, Philip Metz, die Band „Rock und Bluse" (mit Anke Bauer, Angelika Brinkmann, Julia Finkbeiner, Pia Maria Martin, Monika Nuber) sowie Albrecht Schäfer, und Alexander Schikowski
Willi Baumeister arbeitete hier, Ottomar Domnick sammelte hier, Gerd Hatje druckte hier die ersten Bücher seines Verlags und Poldi Domberger die ersten künstlerischen Siebdrucke in Europa. Hans Hildebrandt war der Kunstkritiker in der Runde, Herbert Herrmann der Galerist und Wilhelm Wagenfeld der Gestalter. Das sind aber nur wenige beispielhafte Namen. Nationale und internationale Gäste kamen dazu, wenn sich diese Runde im Restaurant Bubenbad in den 1940er und 1950er Jahren traf. Heute steht das Haus Baumeister immer noch hier, daneben befindet sich seit 30 Jahren die Kunststiftung Baden-Württemberg; wenige Häuser weiter die Galerie Valentien. Kunst und Kultur spielen im so genannten Gänsheideviertel, einer der Villen-Gegenden der Stadt Stuttgart, seit weit mehr als 60 Jahren eine wichtige Rolle. Verlage, Schriftsteller, Gestalter, Grafiker, Künstler lebten und arbeiteten in den Straßen rund ums Bubenbad. Dieser „Genius loci“ soll – unter anderem anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums der Kunststiftung – zunächst im Mittelpunkt einer Doppelausstellung stehen, die die Galerie Valentien zusammen mit der Kunststiftung Baden-Württemberg und unterstützt vom Archiv Willi Baumeister präsentiert. Während die Ausstellung in der Galerie Valentien den Schwerpunkt auf den Kreis um Willi Baumeister legt (1945-55) und neben Baumeister Künstler wie Otto Ritschl, Fritz Winter, Georg Meistermann, Max Ackermann und Alfred Eichhorn zeigt, wird die Kunststiftung ihr Haus für die zeitgenössischen Künstler öffnen, die sich mit Themen wie Künstlerhaus, Künstlerfreundschaft, Genius loci etc. beschäftigen. Die meisten Arbeiten werden speziell für diese Präsentation konzipiert – in direkter Auseinandersetzung mit dem Thema und dem Ort. So wird die Brücke geschlagen von der sehr kreativen Zeit nach 1945, in der die deutschen Künstler die Abstraktion als Ausdruck demokratischen Weltverständnisses und Freiheit für sich entdeckten, bis ins Jahr 2007, wo Globalisierung und Weltwirtschaft das Geschehen mehr und mehr bestimmen.
Programm
15. September 2007, 15 Uhr, Treffpunkt Galerie Valentien
16. September 2007, 15 Uhr , Treffpunkt Galerie Valentien
Jörg Kurz bietet anlässlich der Ausstellung Führungen durch das Bubenbad-Viertel an.
5.Oktober 2007, 19 Uhr, Kunststiftung
Immer der Ausblick ins Weite - Literarische Spuren auf der Gänsheide
Unter anderem mit Texten von Hölderlin, Hackländer und Huby
Ein Abend mit Irene Ferchl (Stipendiatin 1993) und Susanne Fritz (Stipendiatin 2000)
19. Oktober 2007, 19 Uhr, Kunststiftung
Wedding Blues
Zwei Stipendiaten begegneten sich im Sommer 2006 in Berlin, in den beiden Studios der Kunststiftung, zufällig als Nachbarn. Steffen Moddrow (Performancekünstler, Schlagzeuger, Texter & Komponist) und Carmen Kotarski (Schriftstellerin, Schwerpunkt Lyrik) reizte es, Erträgnisse aus den Beobachtungen in ihren jeweiligen künstlerischen Ausrichtungen zu einem Projekt zusammenzubringen. Mit der Absicht, ein Ergebnis dieser durch die Kunststiftung geschaffenen Situation zu erzeugen, den Standort künstlerisch zu erfassen. Klar, dass in diesem Augenblick nicht abzusehen war, was entstehen wird – bis auf das Motiv, das sich mit Selbstverständlichkeit aufdrängte: "Wedding Blues". Wedding Blues ist eine Metapher, die für eine Lebenswirklichkeit steht, die auch anderswo anzutreffen ist – ungeachtet dessen, dass der Wedding selbst etwas ganz eigenes ist. Mit Soundcollagen, Text, Fotos und Komposition entstanden interdisziplinäre Spurenspaziergänge durch den Berliner Stadtteil Wedding, die wiederum eine Lyrik-Sound-Performance anregten, fern von jeglichem Städte- und Reisejournalismus.
Die Ausstellungen sind auch im Rahmen des Art Alarm geöffnet: Samstag, 15. September 2007, 11 – 20 Uhr; Sonntag 16. September, 11 – 18 Uhr.
Ort und Öffnungszeiten:
Galerie Valentien, Gellertstraße 6, 70184 Stuttgart, Di – Fr 10 – 13, 14 – 18 Uhr; Samstag 10 – 13 Uhr
Kunststiftung Baden-Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart, Mo – Fr von 9 – 13 Uhr; Samstag 11- 15 Uhr (und nach Vereinbarung)
