Christian Friedrich und Immo Klink im Haus der Kunststiftung
Christian Friedrich wurde 1977 in Freiburg i. Brsg. geboren. Er studierte Theologie und Germanistik in Tübingen und Heidelberg, sowie Bildhauerei in Dresden und Karlsruhe. Heute lebt und arbeitet er in Karlsruhe und Amsterdam.
In seinen Arbeiten scheinen wissenschaftliche und glaubensphilosophische Ansätze durch. Seine Installationen kreisen um verschiedene Denkmodelle. Der Künstler fragt dabei, wie sich Meinungen, Urteile, Glauben und Affekte bilden und wie sie sich in der Formfindung der Kunst manifestieren.
Christian Friedrich arbeitet nicht nur im Medium Plastik. Er ergänzt seine Arbeiten durch Zeichnungen und Texte. Auch malerische Arbeiten werden in der Ausstellung der Kunststiftung zu sehen sein.
Was ist wahr, was falsch? Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen künstlerischer Intension und der Form? Worin findet die Form ihre Legitimität? Der Künstler spielt mit der Erklärungsnot des analytischen Betrachters. Er suggeriert Analogien zwischen geistes- und naturwissenschaftlichen Codierungen und seinen Arbeiten, lässt den Betrachter am Ende jedoch ohne Auflösung stehen.
Die Wissenschaft hat dort ihre Grenze, wo sie auf die Empfindung trifft. Wissenschaftliche Codes kann der Betrachter nicht mehr entschlüsseln.
Immo Klink wurde 1972 in Marbach a. N. geboren. Sein Studium absolvierte er in Berlin, Madrid, Konstanz, New York und schließlich in London. Seine Bilder hängen in den Sammlungen des Museum of Contemporary Art Castilla y Leon in Spanien, sowie in der National Portrait Gallery in London. In der Kunststiftung zeigt Immo Klink Fotografien aus der Serie „European Communities“. Darin dokumentiert er siebzehn alternative Gemeinschaften und deren Zusammenleben. Den Künstler interessieren die konstruktiven Elemente dieser Gemeinschaften. Die politischen, ideologischen und religiösen Überzeugungen sind von Modell zu Modell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie bauen jedoch auf den gleichen Grundstrukturen auf. Die Gemeinschaften distanzieren sich in ihrer eigenen Lebensform vom Konsumverhalten unserer Gesellschaft und organisieren ihr Zusammenleben auf der Grundlage von Konsensentscheidungen anstelle des Mehrheitsprinzips. Durch den ständigen Ortswechsel der Mitglieder kann die Produktivität der Gemeinschaften nicht kontinuierlich sein, andererseits fördert der Wechsel den Austausch neuer Ideen und treibt so die Entwicklung voran. Immo Klinks Fotografien zeigen, wie Architektur, Mobilität und alternative Wohnformen Ausdruck persönlicher Entwicklung und Weltanschauung innerhalb eines Kollektiv sein können. In einer solchen Gegenüberstellung dieser ungewohnten Modelle kann der Betrachter selbst einen distanzierten und kritischen Standpunkt zur eigenen Lebensform wahrnehmen.
Ausstellungsdauer: 2. Juli - 8. August 2008
Eröffnung: 2. Juli 2008, 19.30 Uhr
- Links: Christian Friedrich: www.kunststiftung.net/index.php
Immo Klink: www.kunststiftung.net/index.php




