FREISICHTKINO Open-Air-Kino mit Aussicht
FREISICHTKINO Open-Air-Kino mit Aussicht
Auch 2009 lautet das Prinzip: Picknick mit Aussicht im Garten der Kunststiftung und im Anschluss Kino mit künstlerischen Filmen. Verpflegung, Liegestühle, Decken und Kissen sollen und dürfen mitgebracht werden. Popcorn, Eiscreme und Getränke gibt es aber auch, wie bereits im letzten Jahr, in der eigens eingerichteten „FREISICHTKINO-Filmbar“.
Die deutschen Filmemacher sind eingeladen. Der Eintritt ist frei!
Zeit: jeden Mittwoch im August
Die Filmexpeditionen beginnen ab ca. 21.15 Uhr (Dämmerung)
Davor gibt es Picknick auf der Wiese ab ca. 20:00 Uhr
Ort: Garten der Kunststiftung Baden-Württemberg
Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart
Haltestelle U15, Stafflenbergstraße
Bei schlechtem Wetter werden die Filme in den Ausstellungsräumen der Kunststiftung gezeigt!
FREISICHTKINO Open-Air-Kino mit Aussicht
Mittwoch, 26. August 2009
Beento, Nancy Mac Granaky-Quaye, Deutschland 2008, 23 Min.
DDR 1963: Sammy ist zum Gaststudium aus Ghana in die DDR gekommen. Katharina kommt aus der Gegend. Die beiden sind ein Paar. Sammy träumt davon, als erfolgreicher Mann – als so genannter „Beento“ – nach Ghana zurück zu kehren. Katharina hingegen lebt in der DDR verwurzelt und eingemauert. Sie bringt sich mit ihrer Liebe zu ihm immer mehr ins gesellschaftliche Abseits. Denn mit seiner leichtfüßigen Art zieht Sammy zusehends Unmut auf sich. Als Katharina schwanger wird, wünscht sie sich Sammy dringlicher denn je an ihrer Seite. Für Sammy aber bleibt die Vorstellung eines Lebens in der DDR undenkbar. Er spürt, dass er in diesem grauen Land immer ein exotischer Fremder bleiben und niemals seinen eigenen Lebenstraum verwirklichen wird. Deshalb verlässt er seine Liebe und das Land, um im Westen weiter zu studieren und ein erfolgreicher Beento zu werden.
Auf wahren Begebenheiten beruhend.
„Beento“ erhielt den Preis der Studentenfilme Nordrheinwestfalen 2008.
Roaming Around, Brigitte M. Bertele, Deutschland 2007, 53 Min.
In Accra, der Hauptstadt Ghanas, gibt es 20.000 Straßenkinder. Kinder, die ihren Familien und Dörfern entflohen sind, in dem Glauben, in der Stadt ein besseres Leben zu finden. Gemeinsam leben sie am Rande des Agbogbloshie-Marktes. Von ihrem Fenster beobachtet die Schriftstellerin Amma Darko das Treiben im geschäftigen Viertel. Der Film zeigt, was die Schriftstellerin sieht, sie verfolgt die Geschehnisse und Schicksale der einzelnen Kinder und Banden. Emmanuel und Azariah sind unzertrennlich wie Brüder, Stephen hat nur einen Schuh und schlägt sich eher alleine durch, Dangerman und seine Gang sind die Unberechenbaren des Viertels, Justice ist bekannt für seine Durchsetzungskraft.
Der Film zeigt die unglaubliche Härte des Lebens dieser Kinder auf der Straße, die eigentlich keine Kinder sein dürfen, die sich aber nichts mehr wünschen als Kind zu sein.
„Roaming around“ erhielt zahlreiche Preise. Unter anderem den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold 2008, den Deutschen Kamerapreis und den Eine-Welt-Preis Nordrheinwestfalen 2007 sowie den Caligari-Förderpreis 2005.
Als Spezial-Event zum Abschluss der Filmreihe zeigen wir in der Filmbar "Zeroing". Eine Dokumentation der Reise zum Nullpunkt der Erde von der Künstlergruppe FMSW.
Freisichtkino dankt seinen Förderern und Unterstützern:
Afghanistan Filmfestival Köln, Filmakademie Baden-Württemberg, Film- und Medienfestival gGmbH, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Stadtmedienzentrum Stuttgart, Theater Rampe
Das Programm der letzten Wochen:
Mittwoch, 5. August 2009
Panaa Shelter, Mohsen Husseini, Afghanistan 2007, 6 Min.
Dieser erste afghanische Animationsfilm zeigt auf sehr deutliche und schockierende Weise das Schicksal eines kleinen Jungen, der in der Nähe einer Stadt lebt und den Bombenangriffen des Krieges ausgesetzt ist.
Acht Orte. Eine Reise in Afghanistan, Nils Menrad, Deutschland 2006, 75 Min.
„Acht Orte. Eine Reise in Afghanistan“ sucht nach über zwei Jahrzehnten Chaos und Zerstörung, hin- und her gerissen zwischen Ost und West, nach einer neuen Identität. Eine filmische Begegnung mit acht Menschen, deren Lebensräumen und deren Schicksale. Sie erzählen über Vergangenes und über Zukunftsträume und zeigen klar und frei von Klischees die vielen Wirklichkeiten dieses, von ewigen Kämpfen beherrschten Landes.
Mittwoch, 12. August 2009
Lampa cu caciula, Radu Jude, Rumänien 2006, 23 Min.
Früh am Morgen verlassen der 7-jährige Marian und sein Vater ihr kleines rumänisches Dorf. Im strömenden Regen geht es querfeldein, durch den Matsch, über Wassergräben. Aber was ist das für ein großer schwerer Kasten, den sie, sorgfältig in eine Decke gepackt, auf ihrer langen und mühsamen Reise bis in die Stadt schleppen? – Ein zauberhaftes und sehr schlammiges Road-Movie, indem ein Kinderwunsch in Erfüllung geht.
Der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter der Kurzfilmpreis der Stadt Montpellier, Frankreich 2006, der Preis für den besten Film des Kurzfilmfestivals Bilbao, Spanien 2006 sowie der Preis für den Besten Wettbewerbsfilm, Alpe Adria, Trieste, Italien 2007.
Onset I Offset, Bernd Schoch, Deutschland 2006, 77 Min.
Die Aufnahmen zu Onset I Offset entstanden während den Dreharbeiten der internationalen Kinoproduktion „Offset“ in Bukarest im Jahr 2005. Der Film beschäftigt sich mit den Menschen des „Offset-Teams“, zeigt, wie sie arbeiten und wie sie auf die Stadt Bukarest und das ganze Land reagieren. Dabei erfährt man viele Einzelheiten über das Alltagsleben in Bukarest. Der Dokumentarfilm ist mehr als ein „Making Of“ der verzwickten Liebesgeschichte im Film, er ist vielmehr eine Reflexion des kulturellen Unterschieds zwischen Deutschen und Rumänen.
Mittwoch, 19. August 2009
Od – El camino, Martin Mejìa, Kolumbien 2003, 36 Min. (ohne Text)
Eine experimentelle Forschungsreise in die Gedankenwelt eines Mannes, dessen einziger Sohn an einer Krankheit leidet. Eine eintägige Reise durch Landschaften, geprägt von einer seltsamen Atmosphäre.
Der Film ist eine Leihgabe des Archivs der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen.
Der Film erhielt 2004 den Großen Preis der Stadt Oberhausen bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen sowie den Preis für den Besten Experimentalfilm auf dem Internationalen Kurzfilmfestival Teheran.
La Vida es un Tango, Catalina Flórez Ibarra, Deutschland 2008, 62 Min.
Der Plaza Santo Domingo in der Kolumbianischen Stadt Cartagena de Indias ist einer der bekanntesten Touristenorte an der Karibikküste. Ein Ort voller Gegensätze. Zahlreiche Besucher bevölkern jeden Abend die Bars und Kneipen rund um den Platz. Dazwischen bemühen sich einheimische Musiker, Verkäufer und Tänzer mit ihrem Können etwas Geld zu verdienen. Sehr viele kommen vom Umland in die Stadt um an diesem Platz ihr Glück zu versuchen. Fünf Protagonisten erzählen über ihr Leben und ihren Alltag auf dem Platz Santo Domingo. Ihre Geschichten zeigen, wie hart der Kampf um die Existenz in Kolumbien sein kann – auch in einem der bekanntesten Touristenorte des Landes.






