Julien Diehn und Martin Maurer, Stipendiaten 2007
Martin Maurer wird im Haus der Kunststiftung Baden-Württemberg Arbeiten zeigen, die sich mit „Visueller Philosophie“ auseinandersetzen. „Visuelle Philosophie“ geht von der Grundannahme aus, dass die Reflexion über die Welt Form hervorbringen kann und umgekehrt schon das Betrachten von Form Erkenntnis erzeugt. Dieser Ansatz ist die Basis für Martin Maurers Zeitskulpturen. Sie befassen sich mit dem Wesen der Zeit. So wie der Raum Objekte enthält, ist die Zeit angefüllt mit Handlung. Zeit ist der Motor von Raum und Materie und schafft den Kontext für Abläufe und Bewertungen. Wir nehmen Zeit eindimensional wahr und haben gelernt dies als Realität zu akzeptieren. Doch wenn ein Moment, ein innerer Dialog oder ein Traum wie eine Ewigkeit erscheinen, so unternehmen wir einen Ausflug in die Tiefe und Höhe der Zeit. Vielleicht liegt die Vergangenheit gleich nebenan und wir können sie mit der Erinnerung sehen.
Julien Diehns Werk widmet sich u.a. dem Phänomen des Zufälligen. Dabei stellt er beispielsweise ungewöhnliche Unfallsituationen nach. Der Künstler bezieht die Wand als Teil der Arbeit mit ein. Er durchstößt sie mit Objekten oder lässt Gegenstände durch die Decke stürzen. Er überzeichnet Darstellungen von Explosionen oder montiert Rohre im Raum, deren Gefahren- und Explosionspotential für sich spricht. Die Installationen ergänzt Julien Diehn oftmals mit Fotografien und erzeugt damit beklemmende Gefühle im Betrachter, wenn er z.B. Rauch aus einem Haus aufsteigen lässt, das idyllisch in einer Schneelandschaft steht. Seine Arbeiten konfrontieren den Betrachter mit Gefahr und Angst, lassen ihn aber auch schmunzeln.

