Martina Geist und Rolf Urban im Elektro Technologie Zentrum Stuttgart
Dauer der Ausstellung: 2. Juli - 20. August 2009.
Rede: Petra von Olschowski
Martina Geist kommt vom Gegenstand, von der Welt des Sichtbaren her, für die sie eigene Bildmetaphern entwickelt. Sie interessiert sich insbesondere für das Wechsel- und Zusammenspiel zwischen Fläche, Linie und Raum.
Abweichend von der Tradition des klassischen Holzschnitts, bei der es darum ging, ein Motiv in vielen Exemplaren vervielfältigen zu können, sind die Holzschnitte von Martina Geist in der Regel Unikate. Als Malerin interessiert sich weniger für diesen Aspekt des Mediums, vielmehr für seine Handwerklichkeit, die sichtbare Spur, die die druckende Hand auf dem Papier hinterlässt.
In den jüngsten Arbeiten spielen Gegenstände des Alltags wieder eine Rolle: ein kippender Stuhl, eine Tasse oder eine Gabel wirken so, als ob ihre Existenz nicht von dieser Welt sei. Denn ihre Beziehungen zum Raum, in dem sie erscheinen, sind unklar und unsicher, rätselhaft und fragwürdig. Sie sind zwar vorhanden und doch materiell abwesend, Nachbilder einer Wirklichkeitserfahrung, die in einen imaginierten Raum eingebunden werden, der weder mit dem Zollstock ausgemessen noch mit dem Schlüssel geöffnet werden kann.
Martina Geist wurde 1961 in Stuttgart geboren, dort lebt und arbeitet sie. Von 1981 bis 1989 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Sie erhielt u.a. das Arbeitsstipendium des Landes Schleswig - Holstein im Landeskulturzentrum Salzau (1994) und das Stipendium Cité Internationale des Arts Paris (1995).
Rolf Urbans Objekte, Holzschnitte und Skulpturen beschäftigen sich mit dem Raum, mit der Entwicklung des Raums in und auf der Fläche. Als Ausgangspunkt dient die Zeichnung, die in wenigen Spuren (Seh-)Wege und Verbindungen erzeugen kann. Flächen in einer reduzierten Farbskala von Grün-, Blau- und Grautönen unterscheiden und trennen, teilen ein. Es geht Rolf Urban um ein ruhiges "Dazwischen", um offene Felder der Betrachtung.
Dabei spielt die Art und Weise des Sehens, das bewusste Wahrnehmen eine wichtige Rolle: Der Blick und die Aufmerksamkeit für räumliche Gegebenheiten sollen an seinen Zeichnung und Holzarbeiten geschärft, überprüft und gefördert werden. Die Strukturen seiner klar akzentuierten Anschauungsvorgaben sind sicher gesetzt, sie bieten eine fast schon meditative Zwiesprache an. Rolf Urbans Bilder unterlaufen hintergründig neuzeitliche Messverfahren, naturwissenschaftliche Vereinfachungen und Denkkonventionen. Sie lassen die Welt als brüchig erscheinen, als Konglomerat von Widersprüchen.
Rolf Urban wurde 1958 in Bretten (Baden) geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet. Er studierte von 1977 bis 1982 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Markus Lüpertz (Malerei/Grafik) sowie von 1979 bis 1981 Kunstwissenschaften an der Universität Karlsruhe. Ausgezeichnet wurde er mit dem Albert-Haueisen-Preis, Rheinland-Pfalz (1991) und mit dem Stipendium Cité Internationale des Arts Paris (1992).
Zur Eröffnung am Donnerstag, den 2. Juli 2009 um 18.30 Uhr sprechen Dr. Jürgen Jarosch, Geschäftsführer des Elektro Technologie Zentrums, und Petra von Olschowski, Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg.
Eine Kooperation mit der Galerie Merkle und mit dem Elektro Technologie Zentrum Stuttgart
Dauer der Ausstellung:
2. Juli - 20. August 2009
Montag bis Donnerstag 8.00 - 16.30 Uhr
Freitag 8.00 - 12.00 Uhr
im Elektro Technologie Zentrum, Krefelder Straße 12, 70376 Stuttgart
Tel: 0711 / 95 59 16 - 0
Fax: 0711 / 95 59 16 - 55
E-Mail: info@etz-stuttgart.de
- Links: Martina Geist: www.kunststiftung.net/index.php
Rolf Urban: www.kunststiftung.net/index.php
Elektro Technologie Zentrum: www.etz-stuttgart.de/index.html
Galerie Merkle: www.galerie-merkle.de



