Kunststiftung
Baden-Württemberg

Martina Sauter: tucson/kiste, 2009, 50x58 cm, c-print. Manuel Graf: Buchtipp, 2009, Video auf Blue-Ray-Disc, 7min.

Martina Sauter: tucson/kiste, 2009, 50x58 cm, c-print. Manuel Graf: Buchtipp, 2009, Video auf Blue-Ray-Disc, 7min.

 

Martina Sauter und Manuel Graf im Haus der Kunststiftung

Eröffnung: Mittwoch, 05. Mai 2010, 19:30 Uhr
Hausausstellung der Stipendiaten 2009.
Dauer der Ausstellung: 5. Mai bis 11. Juni 2010.

Martina Sauter verbindet in ihren Arbeiten Filmstills und Fotografien zu homogenen, assoziativen Bildwelten. Die von ihr zusammengefügten Elemente verlieren jedoch, durch den Einsatz von verschiedenen Bildträgern, nie gänzlich ihre Distanz zueinander. Eine reliefartige Abtrennung der disparaten Versatzstücke unterschiedlicher Medien impliziert nicht nur eine räumliche, sondern auch eine zeitliche Aneinanderreihung der Bilder. Die Arbeiten alternieren folglich zwischen der Illusion eines einheitlichen Bildraums und dem beabsichtigten Hervorheben einer medialen, räumlichen und zeitlichen Zäsur.
Die Fotografien erzeugen in der Vorstellung des Betrachters eine Geschichte, denn der dargestellte Moment scheint nur den Ausschnitt eines komplexen Geschehens zu zeigen und lässt ein imaginäres Vorher und Nachher entstehen.
Die Künstlerin erreicht diese Wirkung beim Betrachter, indem sie filmische Prokuktionsweisen wie Montage, Schnitt und dramatische Licht- und Schatteneffekte in ihren Arbeiten anwendet und dadurch den Bildraum verunklärt.
Martina Sauter arrangiert durch diese filmische Funktionsweise banale Alltagsgegenstände, wie eine Mauer, einen Vorhang oder einen Holzbalken so, dass sie das Bild mit einer fast berstenden Spannung aufladen.
In der Kunststiftung zeigt sie ihre Werke Kantine, Paul, Robert und Pistole aus dem Jahr 2009.

Martina Sauter, 1974 in Konstanz geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte von 1999 bis 2006 an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Thomas Ruff, bei dem sie von 2005 bis 2006 Meisterschülerin war. Ausgezeichnet wurde sie u. a. mit dem Thieme Art Award, Amsterdam, und dem Kunstpreis der Aachener Kunstroute Young Artists on the Road.

In Manuel Grafs Arbeit spielt die Suche nach dem Ursprung eine zentrale Rolle. In seinen Videos und Installationen geht er immer wieder Fragen nach wie: Was war zuerst da, die Vorstellung einer sinnfälligen Konstruktion oder die Konstruktion selbst?
Ein ironischer Umgang mit dem Original, ganz im Sinne postmoderner Geringschätzung des Authentischen, ist in Manuel Grafs Arbeiten jedoch nicht zu finden.
Assoziativ verbindet er in seinen Filmen Gegenstände und Architektur und knüpft zudem gesellschaftliche Bezüge. Vergangenes, Zukünftiges und deren Kongruenz betrachtet er nicht gesondert, sondern auf synchronische Weise; so befinden sich beispielsweise die Gebäude in seinen Filmen in ständiger Veränderung. Zerstörung und Verfall sind für ihn als zeitliche Vorgänge von besonderer Wichtigkeit, da er durch sie historische Entwicklungen anschaulich macht.
Spielzeug, Modelle, Bühnen, Vorhänge, Gucklöcher und Spotlights, also Versatzstücke einer Welt in Miniaturformat, fasst er als Werkzeuge auf, die es erlauben, mit Konzepten wie Vergangenheit, Zukunft oder Wahrheit fast gegenständlich umzugehen.
Seine filmischen Installationen muten durch den Umgang mit Licht und Schatten, Musik und Projektionen wie Bühnenaufführungen an, in denen Manuel Graf grundsätzliche Fragestellungen zu Themen wie Mensch, Kunst und Architektur erörtert.
In der Ausstellung der Kunststiftung präsentiert er seine Filme „Über die aus der Zukunft fließende Zeit“ (2006), „Woher kommt die Kunst“ (2006), „Qu’est-ce que c’est la maturité?“ (2008) und „Buchtipp“ (2009).

Manuel Graf, 1978 in Bühl geboren, lebt und arbeitet in Paris und Istanbul. Er studierte von 1999 bis 2005 an der Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Ars-Viva-Preis, dem Grafikpreis NRW, einem Stipendium der Kunststiftung NRW und Cité des Arts, Paris.

Zur Eröffnung am 5. Mai 2010 um 19.30 Uhr spricht Dr. Simone Schimpf, Stellv. Direktorin und Kuratorin am Kunstmuseum Stuttgart.

Eröffnung:
Mittwoch, 5. Mai 2010, 19.30 Uhr
Dauer der Ausstellung:
5. Mai bis 11. Juni 2010


http://www.kunststiftung.net/index.php?inhalt=kuenstler&id=10457&genre=1

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