Kunststiftung
Baden-Württemberg

 

Nezaket Ekici und Alexander Schikowski, Stipendiaten 2006

Eröffnung: Mittwoch, 31. Januar 2007, 19:30 Uhr
Ausstellung im Haus der Kunststiftung

Nezaket Ekici - Installation und Performance
Alexander Schikowski - Installation und Performance

 

Einführung:

Dr. Marion Ackermann
Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart

Petra von Olschowski
Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg


Zur Eröffnung zeigen beide Künstler eine Performance.

Nezaket Ekici
Die Künstlerin zeigt drei Arbeiten, die um das Thema Freiheit und Aufgeschlossenheit kreisen. Nezaket Ekici reflektiert in diesen Arbeiten vor allem ihr besonderes Verhältnis zur Türkei. So setzt sie sich in der Performance „Fackel im Wind“ mit der heutigen zwiespältigen Lage der Türkei auseinander, deren Bewohner in den Augen der Künstlerin modern und konservativ zugleich sind. In der Video-Arbeit "Atropos" übt die Performerin einen Akt der Selbst-Befreiung aus, indem sie mit einer Schere ihre mit Hilfe langer Seile an der Decke befestigten Haare zerschneidet und sich damit von einem Stück ihres Selbst löst. Diese Arbeit ist Ekici zufolge eine existentielle Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Sinn von Leben und dem Streben nach Unabhängigkeit. In der Videoarbeit „Liebeswörter“ stellt die Künstlerin eine sprachliche Beziehung zum Publikum her, indem sie türkische Sprichworte über Liebe ins Deutsche übersetzt. Sie versucht kulturübergreifende Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, die den Hiatus zwischen den Kulturen überwinden helfen. Die dritte Arbeit scheint somit ein Versuch zu sein, das wieder zu verbinden, was zuvor um der Freiheit Willen zerschnitten wurde.
Nezaket Ekici, 1970 in Kirsehir in der Türkei geboren, studierte Kunstpädagogik und Bildhauerei in München, sowie Performance als Meisterschülerin von Marina Abramovic an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise und lebt heute in Berlin und Stuttgart.

Alexander Schikowski
In der Kunststiftung wird der Künstler Fotos und Videos aus dem Schikowski-Archiv präsentieren. Dieses Archiv beinhaltet mittlerweile mehr als 10.000 Fotografien und Videoaufnahmen von Alexander Schikowski, verpackt in Schubladen in zwei Holzkisten auf Rollen. Das Archiv wächst mit den Jahren und wird von Zeit zu Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Kunststiftung können die Fotos von den Betrachtern durchwühlt, umgeschichtet und zerschnitten werden. Jeder darf in dem Archiv stöbern, Bilder auswählen und diese an eine Wand hängen, oder schon vorhandene Fotografien wieder abnehmen und ins Archiv zurücklegen. Durch das Zurechtschneiden, Aufhängen und Abhängen entsteht ein interaktives Kunstwerk. Es formt sich ein Bild der Welt, wie sie sein könnte, aus Bildern der Welt, wie sie Schikowskis Kamera begegnete. Zudem wird der Künstler in einem performativen Vortrag Videoaufnahmen aus seinem Archiv zum Thema „Bewegungen und Grenzen“ zeigen.
Alexander Schikowski, 1973 in Bamberg geboren, studierte Bildende Kunst an den Kunstakademien Stuttgart, Nürtingen und Nürnberg. Neben vielen Lehraufträgen für Kunst arbeitet er gemeinsam mit weiteren Aktivisten seit 2000 unter dem Label forschungsgruppe_f, seit 2005 ist er Mitglied in der Studio Association of Young Artists, FKSE, Budapest. Der Künstler lebt und arbeitet in Budapest und Stuttgart.


Während der Ausstellung:
Performances mit Nezaket Ekici, Alexander Schikowski, Philip Metz

Kunststiftung Baden-Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart, Tel. 0711 2364720, Fax 0711 2361049, www.kunststiftung.de
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