"Schwarz und Weiß -Thomas Strittmatter in seiner Kunst"
Einführung:
Wolfgang Hambrecht, Kurator der Ausstellung
Eine Veranstaltung anlässlich der Strittmatter-Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe Stuttgart, dem Literaturhaus Stuttgart, der MFG Baden-Württemberg, dem Literaturarchiv Marbach, dem Diogenes Verlag, dem Literarischen Colloquium Berlin, dem ZDF Theaterkanal und anderen.
Zehn Jahre nach seinem Tod widmet die Kunststiftung Baden-Württemberg ihrem ehemaligen Stipendiaten eine umfassende Ausstellung. Im Mittelpunkt steht hierbei erstmals sein graphisches Werk. Ziel der Ausstellung ist es, Strittmatter als Künstlerpersönlichkeit zu würdigen und einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Diesen Teil seines Schaffens gilt es zu entdecken.
Seine Illustrationen zu eigenen Büchern und Theaterstücken sind im wesentlichen bekannt. Es wird dabei leicht übersehen, dass die bildnerische Produktion nicht dem schriftstellerischen Schaffen nachgeordnet ist. Im Gegenteil macht die Ausstellung deutlich, wie sehr seine Sprache ihre besondere Imaginationskraft aus der Erfahrung einer bildnerischen Arbeit bezieht. Dazu wird eine Auswahl von ca. 60 Zeichnungen und etwa 8 Gemälden zu sehen sein. Die Auswahl berücksichtigt, dass der überwiegende Teil seines bildnerischen Schaffens nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der schriftstellerischen Produktion steht.
In sehr vielen Zeichnungen beschäftigt sich Strittmatter mit der menschlichen Figur, ihrem dramatischen und grotesken Gehalt. Seine Theaterstücke, Filme, Erzählungen sowie sein Roman "Raabe Baikal" handeln sehr oft von Außenseitern. Der Wechselwirkung zwischen den gezeichneten und den literarischen Figuren bzw. dem Personal seiner Filme bleibt es nachzugehen. Dass es sich hier bei Strittmatter um zwei eigenständige "Parallelwelten" handelt , macht den besonderen Reiz dieser Ausstellung aus.


