Karolina Sobel

Foto: © Matter Jurcevic

Karolina Sobel
Stipendiatin für Bildende Kunst 2020

*1987 in Tychy, Polen
lebt und arbeitet zurzeit zwischen Warschau und Karlsruhe

Karolina Sobels Interessen umfassen Repräsentationsmodi von sozialen Themen (wie Identität, dem Aufbauprozess von Gemeinschaften, soziale Ausgrenzung). Sie sucht für ihre Arbeiten nach verschiedenen Darstellungsformen, die es ermöglichen, ihre Erzählung auf der Ebene der multiplen Diskurse zu erweitern. Sie verwendet verschiedene Medien mit dokumentarischem Ansatz, die die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischen wollen. Ihr neuestes Projekt inszeniert die Intimität von nicht-heteronormativen Menschen im Kontext der rechten polnischen Gesellschaft. Zurzeit lebt und arbeitet Karolina Sobel zwischen Karlsruhe und Warschau.

Interview


Woran arbeitest du aktuell?

In meiner aktuellen Arbeit beschäftige ich mich mit der Problematik einer zunehmend konservativen Denkweise, die zu Nationalismus, Homophobie und Rassismus führt, und setze mich mit queeren Identitäten und gleichzeitig mit der Kritik an den sozialen Normen innerhalb der polnischen Gesellschaft auseinander. Seit über einem Jahr beschäftige ich mich mit dem Begriff der Fürsorge und untersuche die lgbtqi+-Szene in Warschau.
Gerade recherchiere ich weiter an diesem Thema, um mein Diplom Projekt abzuschließen und meine Aussage noch zuzuspitzen.

Womit beschäftigst du dich in deiner Arbeit?

Ich interessiere mich für die Unterschiede zwischen den Identitäten und die Idee von Zugehörigkeit und Individualismus und mich beschäftigt die Frage nach deren Aufbau, Infrastruktur und Folgen.
Zusätzlich gehe ich der Frage nach Fürsorge, Intimität aber auch nach Grenzen der eigenen Komfortzone nach. Inwiefern sind wir in der Lage, uns für unsere Mitmenschen einzusetzen? Wie hoch sind unsere Barrieren? Wie wollen wir eigentlich in der Zukunft leben?

Wer oder was inspiriert dich?

Alltag ist inspirierend.
Ich bewundere viele DenkerInnen, AktivistInnen und KünstlerInnen deren Arbeit ich verfolge wie beispielsweise Martina Löw, Chimamanda Ngozi Adichie, Hito Steyerl,Maggie Nelson, Jack Halberstam,Liliana Piskorska, Joanna Kusiak, Loretta Fahrenholz. Aber auch Popkultur wie zum Beispiel Beyonce oder die letzte Balenciaga Modenschau inspiriert mich.

Mit welcher Persönlichkeit aus der Kunstszene würdest du gerne zusammenarbeiten und warum? 

Da fallen mir viele tolle Frauen ein; ich würde sehr gerne mit Anouk Kruithof, Melanie Bonajo, Laure Prouvost, Karolina Bregula oder Rineke Dijkstra arbeiteten, weil Ihre Arbeiten mich sehr berühren.

Welche Pläne hast du während deines Stipendiums?

Ich arbeite an einem Video zu meinem aktuellen Projekt und werde es im Juni 2020 in Warschau zeigen. Das vollständige Projekt wird am Ende des Jahres in Verona, Italien zu sehen sein. Zum Abschluss plane ich eine Publikation.

Zudem suche ich nach neuen Darstellungsformen meiner fotografischen Arbeiten: beispielsweise werde ich sie auf transparenten Stoffen präsentieren, die ihnen eine Art Körperlichkeit und einen haptischen Charakter verleihen.
Ich mag Kollaborationen und werde im kommenden Jahr mit einer Choreographin, Dramaturgin, Buchmacherin und Ausstellungsdesignerin zusammenarbeiten.

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