Wolfgang Kiwus - PRÄZISE VORHERBESTIMMT

Wolfgang Kiwus, Plotterzeichnung, 2006, Ausschnitt, © VG-Bild-Kunst, Bonn 2019

Wolfgang Kiwus
PRÄZISE VORHERBESTIMMT
Dienstag, 9. Juli 2019, 18.00 Uhr

Kunststiftung Baden-Württemberg
Gerokstraße 37
70184 Stuttgart

Die Kunststiftung Baden-Württemberg lädt am Dienstag, 9. Juli 2019 um 18 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung »PRÄZISE VORHERBESTIMMT« des Künstlers Wolfgang Kiwus (Stipendiat 1989) ein.

Begrüßung: Bernd Georg Milla, Geschäftsführer der Kunststiftung BW
Grußwort: Brigitte Lösch MdL, Beiratsvorsitzende der Kunststiftung BW
Einführung: Roger M. Buergel, Direktor des Johann Jacobs Museums, Zürich, ehem. künstlerischer Leiter documenta 12
Wolfgang Kiwus: Randbemerkung über die exakten Geheimnisse der visuellen Wahrnehmung

Der Musiker und Künstler Wolfgang Kiwus beschäftigt sich seit Mitte der 1980-er Jahre mit selbst programmierter Computerkunst und zeigt einen Überblick seiner Arbeiten in der Kunststiftung Baden-Württemberg.

In den letzten 30 Jahren ist ein vielfältiges Werk entstanden: Seien es geometrische Formenmuster, die an Arbeiten der Op-Art erinnern oder skripturale Arbeiten, die aus Buchstaben und Texten entwickelt wurden und doch unlesbar sind: Gemeinsam ist den Arbeiten, dass sie mit keiner Standard-Software oder Malprogrammen realisiert, sondern vom Künstler selbst programmiert wurden – womit er sich von vielen Computerkünstlern unterscheidet.

Begonnen hat Wolfgang Kiwus mit Arbeiten für den Bildschirm – inspiriert von zellulären Automaten wie Conways „Game of Life“. Später ging er über zu Grafiken, die er mit einem Nadeldrucker auf Papier brachte. Seit 1991 realisiert er seine Werke mit dem Plotter. Auch wenn einige Arbeiten keiner klaren Ordnung zu unterliegen scheinen, so sind sie doch präzise vorherbestimmt.

Dem Werk des Künstlers liegt eine intensive theoretische und praktische Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftstheoretiker und Semiotiker Max Bense zugrunde. So verwendet Kiwus in seinen Plotterzeichnungen Textelemente des Essays „Der geistige Mensch und die Technik“ und verschlüsselt diese.

Zum Thema Künstliche Intelligenz stellen sich immer wieder Fragen wie „Können Maschinen kreativ sein?“ oder „Wie weit können Maschinen menschliches Denken ersetzen?“. Somit sind die Arbeiten von Wolfgang Kiwus in der fortgeschrittenen Technologisierung unserer Gegenwart hochaktuell – auch wenn er hierzu eine klare Position vertritt: „Computer sind für mich keine denkenden Maschinen, allenfalls mit Programmen kann man simulieren, was gewisse Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Denken hat.“

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Wolfgang Kiwus mit der Wahrnehmung von Farben, wie elektromagnetische Wellen über einen chemischen Prozess in elektrische Impulse umgewandelt und „weiterverarbeitet“ werden. Die Ergebnisse seiner Forschung wird er am Eröffnungsabend vorstellen.

Wolfgang Kiwus (*1939 in Celle) lebt und arbeitet in Stuttgart. Er studierte Musik am Konservatorium in Wroclaw und an der Musikhochschule in Stuttgart. Kiwus schrieb Hörspiele, arbeitete in verschiedenen Zeitungs- und Fernsehredaktionen und war als Mitherausgeber einer literarischen Buchreihe tätig. Seit 1985 beschäftigt er sich mit der algorithmischen Erzeugung von Bildern. Seine Arbeiten wurden u.a. im ZKM Karlsruhe, in der Staatsgalerie Stuttgart und bei Interface 2, Hamburg und in der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn gezeigt.

Ausstellungsdauer: 09. Juli bis 21. September 2019
Öffnungszeiten: Mi-Fr: 14.00–18.00 Uhr, Sa: 11.00–14.00 Uhr
An Sonntagen sowie an den Feiertagen geschlossen.
Sommerpause: 11.08. - 25.08.2019 

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