Lukas Rehm: »Embryonic Elements of Fredom«
Ausstellung und Finissage mit LP-Release @PAW-Gallery Karlsruhe
Lukas Rehm: »Embryonic Elements of Fredom«
Freitag, 5. Juni 2026, 19:00 Uhr
PAW
Schützenstraße 37
76137 Karlsruhe
Die raumgreifende Videoinstallation »Embryonic Elements of Fredom« nimmt die gesellschaftlichen Umbrüche der Frührenaissance als Ausgangspunkt einer zeitüberschreitenden Erzählung über Massenmedien, Macht und Widerstand. Die Arbeit reaktiviert und untersucht Mythen, Dokumente, revolutionäre Texte und Propaganda der Zeit der Bauernkriege um 1525 und stellt sie in überzeitliche Kontexte. Im Rahmen der Finissage am 5. Juni wird die Schallplatte zur Installation als 10. Edition der Künstler:innen-Vinylreihe der Kunststiftung Baden-Württemberg veröffentlicht.
Der Soundtrack zur Installation verschränkt mehrsprachig Texte aus Wortgefechten zwischen verfeindeten Fraktionen des Bauernkriegs, Fragmente aus historischen Chroniken, Protestslogans des Arabischen Frühlings, Texte aus Bao-Zheng-Szenen der Chinesischen Oper und TV-Serien sowie von Reformator:innen und politischen Revolutionären. In einer Schlüsselszene wird gesanglich (Hasti Molavian) eine historische Identifizierung der Bauern-Bewegung von 1525 als «embryonales proletarisches Element» von Friedrich Engels aufgerufen, formuliert in seiner sozialgeschichtlichen und gleichzeitig als Ermutigung konzipierten Analyse «Der deutsche Bauernkrieg», geschrieben im Gefolge der ebenfalls gescheiterten Revolution von 1848.
Die LP-Release wird begleitet durch eine Performance der Mezzosopranistin und Schauspielerin Hasti Molavian.
Lukas Rehm (*1989 in Memmingen) lebt und arbeitet in Frankfurt a.M.. Er ist Künstler und Musiker, der im Bereich der neuen und alten zeitbasierten Medien, der performativen und räumlichen Installationskunst, dem Dokumentarischen und der experimentellen Fiktion arbeitet. Seine künstlerischen Arbeiten untersuchen die Bedingungen und die Theatralik sozialer Strukturen, post-/transhumane Perspektiven, den Einfluss technologischer und immaterieller Artefakte auf Psychologien sowie die Rolle des Affekts. Nach einem BA in Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der LMU München studierte er Medienkunst, Szenografie und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er war Stipendiat im Bereich Neue Musikformen 2016.


