Kevin Kuhn

Kevin Kuhn
Stipendiat für Literatur 2018

*1981 in Göttingen
lebt und arbeitet in Berlin

Kevin hat Philosophie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft in Tübingen studiert und ist heute Dozent am Literaturinstitut der Universität Hildesheim. Nach dem Erscheinen seines Romandebüts „Hikikomori“ wurde er 2012 von der FAS zu den 20 besten deutschsprachigen Autoren unter 40 gezählt.


 

Interview

Woran arbeitest du aktuell?

Gerade beim Schreiben des Romans „Liv“ habe ich jede Möglichkeit genutzt, über meine aktuelle Arbeit zu sprechen. Dieser Blick von außen, der sich in Gesprächen einstellen kann, zeigt Strukturen, die einem aus der Nähe nicht unmittelbar greifbar werden. Derzeit arbeite ich jedoch an einem Projekt, das ganz die Nähe braucht. Und die ist in der jetzigen Phase erst einmal nicht teilbar.


Über welche Themen schreibst du?

„Hikikomori“ und „Liv“ spielen beide in der digitalisierten Gegenwart. Meine Protagonist*innen versuchen, in dieser Umgebung Haltungen einzunehmen/auszuprobieren. Sie treffen Entscheidungen, die sie in den Sog der grundlegenden Veränderungen, die wir jeden Tag erfahren, ein- und wieder ausklinken. Es geht um die Einzelne in sich rasch zusammenschließenden Massen. Es geht um Formen von Grausamkeit. Es geht um Spuren, die wir in der digitalisierten Realität hinterlassen und deren Summe wir zu sein scheinen. Und schlussendlich auch um Liebe.


Wer oder was inspiriert dich?

Nähe und Distanz.


Mit welcher Persönlichkeit aus der Literaturszene würdest du gerne eine gemeinsame Lesung halten und an welchem Ort?

Chimamanda Ngozi Adichie. Irgendwo in Baden-Württemberg.


Welche Vorhaben hast du während deines Stipendiums?

Den ersten Roman hatte ich überwiegend mit dem Textverarbeitungsprogramm Word geschrieben. Für den zweiten Roman, der wesentlich komplexer ist, nutzte ich die reine Schreib- und Plotsoftware Scrivener. Ich glaube, dass die Werkzeuge, die wir zum Schreiben benutzen, auf die Art und Weise des Textes (Struktur, Rhythmus etc.) einwirken. Derzeit arbeite ich verstärkt körperlich, ohne Bildschirm, wenn möglich.

 

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