Stefan Sommer: „Partypeople“
Kunstclub:
Der Kunstclub ist ein spartenübergreifender Begegnungsort für Kunstschaffende und Kunstinteressierte. Hier werden immer wieder verschiedene Positionen von Stipendiat:innen aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst und Literatur vorgestellt:
LESUNG
Stefan Sommer: „Partypeople“
Donnerstag, 23. April 2026 um 19:30 Uhr
mit anschließendem DJ-Set von GAISMA
Kunststiftung Baden-Württemberg
Gerokstraße 37
70184 Stuttgart
Eintritt frei
Der Ich-Erzähler im neuen Roman von Stefan Sommer hat alles und nichts: Als erfolgreicher Techno- DJ wird er auf private Partys von Superreichen eingeflogen, lässt sich von Haute-Cuisine-Chefs bekochen, nächtigt in Grand Hotels. Ein luxuriöses Leben zwischen Helikopterflügen, Infinity- Pools, Champagner und den immer groteskeren Wünschen eines Superstars, der von sich und der Welt gelangweilt ist. Dazwischen: Loneliness. Designerdrogen und Schmerzmittel helfen nur vorübergehend, und auch Christian, ein verheirateter Mann, ist schnell wieder aus dem Leben des DJs verschwunden. Während seiner gnadenlosen Hetze um die Welt erkennt der Erzähler irgendwann, dass er davonläuft: Vor dem Verlust der Mutter, die Jahre zuvor verstorben ist. Seither trägt er ihre Lieblingsblumen als Tattoo auf der Haut – ein Versuch, der Härte der Erfolgsindustrie etwas entgegenzusetzen.
“Partypeople” blickt mit kalter Komik in die Welt des großen Geldes:
erzählt von Rich Kids, Tech-Oligarchen, performativer Männlichkeit und neuem Kapitalismus. Man hofft auf einen Ausweg, und ahnt doch, dass es keinen geben kann.
Stefan Sommer lebt heute in München und arbeitet für die Süddeutsche Zeitung und den Bayerischen Rundfunk. Er schreibt Reportagen und Essays über Popmusik, Gesellschaft, Körperpolitik, CharliXCX, Millennials, Face-Yoga, Soft Clubbing und die neue Wehrpflichtdebatte.
Im Anschluss legt GAISMA mit Vinyl auf.

Foto: © Anton Avdieiev
Alisa Scetinina (GAISMA) wurde in Lettland geboren und 2005 an der Choreographischen Schule in Riga aufgenommen. Mit fünfzehn Jahren folgte der Umzug nach Deutschland, um an der Hochschule für Musik und Theater München Ballett zu studieren. Sie tanzte an der Bayerischen Staatsoper München und der Staatsoper Stuttgart.
Im Jahr 2020 begann Sie ihr Studium an der Kunstakademie Stuttgart, entschied sich jedoch schließlich dafür, ihrem kreativen Weg außerhalb institutioneller Grenzen zu folgen. Die restliche Zeit investierte sie in Musik. Klavier und Violine lernte sie bereits in jungen Jahren an der Musikschule in Lettland, Gitarre und das Produzieren brachte sie sich autodidaktisch bei. Ihr Interesse gilt analogen Geräten, die bei Live-Sets zum Einsatz kommen. Ihre Musik entzieht sich den üblichen Genrekategorien; stetig erneuert und erweitert sie ihr Repertoire.
Alisa wirkt als Komponistin, Cinematografin und Performerin in ihren Arbeiten, welche sich zwischen Choreografie und Improvisation wiederfinden.



